Wahl mit Münzen

Hadmut Danisch meint zum Thema "sichere Wahlcomputer":

Was mich zu der Frage bringt, ob in einer vertrauenswürdigen Wahlmaschine überhaupt mehr als ein Zähler sein darf.

Das hat mich gerade auf eine Idee für “gute” Wahlmaschinen gebracht (auch gleich als Kommentar bei ihm gepostet):

Jede Wahlkabine hat mehrere Urnen, für jeden Kandidaten oder jede Partei einen. Jeder Wähler bekommt bei seiner Identifizierung eine Anzahl spezieller Münzen. Er hat prinzipiell einen Anspruch darauf, sich diese zufällig aus einer Menge herauszupicken. Jede Münze repräsentiert eine Stimme.
Die Münzen wirft der Wähler dann in der Wahlkabine in die Urnen.
Die Urne hat eine Elektronik, die überprüft, ob eine Münze valide ist – ähnlich dem Münzchecker im Zigarettenautomat. Wenn dies der Fall ist, fällt die Münze weiter – an einem Sichtfenster vorbei – in die Urne.

Nach der Wahl werden die Urnen einfach gewogen, und das Nettogewicht durch das Gewicht pro Münze geteilt, um die Anzahl der Stimmen in der Urne festzustellen. Wenn nötig oder gewünscht, kann auch nachgezählt werden.

Vorteile:

  • schnelle Auswertung (_das_ Argument für Wahlcomputer)
  • Nachzählbarkeit
  • Wähler kann korrekte Stimmabgabe verifizieren
  • Nachdem die Münze am Sichtfenster vorbeigefallen ist, ist die Wahlentscheidung nicht mehr nachprüfbar
  • intuitiv (behaupte ich mal)
  • Elektronik kann das Wahlergebnis nicht manipulieren

Mögliche Probleme:

  • schwieriger umzusetzen bei komplexen Wahlsystemen – da müsste man mal überlegen
  • es muss organisatorisch oder technisch sichergestellt werden, dass niemand mehr Münzen einwirft, als er darf. Wenn jemand das macht, erkennt man es aber am Unterschied zwischen ausgegebenen und eingeworfenen Münzen.
  • der Münzchecker könnte prinzipiell mitloggen, wann eine Münze eingeworfen wurde. Dagegen hilft teilweise eine Offenlegung der Baupläne, und Versiegelung der Münzchecker. Dann wäre das Auslesen nur unter extrem hohem Aufwand (pro Gerät) machbar.

Mit relativ geringem Aufwand könnte man so die Wahl intuitiver machen und die Auswertung beschleunigen, ohne Wahlcomputer zu verwenden.
Die erwähnten Sicherheitsprobleme sind meiner Meinung nach auch nicht deutlich größer als bei der aktuellen Papierwahl. Und deutlich geringer als bei Wahlcomputern. Vor allem lassen sie sich kaum zur großflächigen Manipulation einer Wahl nutzen.

Habe ich was übersehen? Gibt’s das schon?

Previous Post
Next Post
Leave a comment

2 Comments

  1. anonymous

     /  October 28, 2008

    Anonymous writes:Ich habe schon vor einigen (>5) Jahren mit einer Wahlmaschine dieses Prinzips gewählt (die Details sind etwas unterschiedlich, aber das Prinzip war jedenfalls das gleiche). Ging aber nicht für alle Wahlen (z.B. nicht Kommunalwahlen); die Anzahl der Einwurfschlitze war einfach begrenzt😉

    Reply
  2. raphman

     /  October 28, 2008

    Ui. Wo?

    Reply

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: